Was sich ab fünfzig an den Füßen verändert
Vieles davon ist schlicht Alterung und braucht nichts weiter als Aufmerksamkeit. Ein paar Dinge sind es wert, dass jemand sie sich ansieht.
Füße bekommen über Jahrzehnte mehr Belastung ab als jeder andere Körperteil, und sie zeigen es. Das Unangenehme daran ist, dass die Veränderungen langsam kommen. Es gibt keinen Tag, an dem etwas passiert, und deshalb gibt es auch keinen Tag, an dem jemand darauf reagiert.
Das Polster wird dünner
Unter der Ferse und unter dem Ballen sitzt ein Fettpolster, das mit den Jahren dünner wird. Das ist der häufigste Grund, warum harte Böden ab einem gewissen Alter unangenehm werden und warum barfuß auf Fliesen anstrengender wird als früher.
Dagegen hilft wenig Medizinisches und viel Praktisches: zu Hause etwas an den Füßen tragen statt barfuß zu laufen, und bei Schuhen auf eine Sohle achten, die nicht bretthart ist.
Die Haut wird trockener
Weniger Talg, weniger Feuchtigkeit, und an der Ferse entstehen Schrunden. Das ist mehr als ein kosmetisches Thema, weil eingerissene Haut eine Eintrittsstelle für Erreger ist.
Eine Creme mit Harnstoff, auf Deutsch meist als Urea ausgezeichnet, ist hier das Mittel der Wahl und in jeder Apotheke und Drogerie erhältlich. Zehn Prozent reichen für den Alltag, bei starker Verhornung wird auch mehr verwendet. Abends auftragen, die Zehenzwischenräume dabei aussparen, weil es dort feucht bleiben würde.
Die Nägel werden dicker und wachsen langsamer
Beides ist normal. Ein Zehennagel wächst ohnehin nur etwa einen Millimeter im Monat, und im Alter wird es eher weniger. Das ist der Grund, warum jede Veränderung am Nagel Monate braucht, bis man sie sieht, und warum Geduld hier kein Ratschlag ist, sondern eine Notwendigkeit.
Was nicht einfach zum Alter gehört: eine deutliche Gelb- oder Braunverfärbung, ein Nagel, der an der Kante bröckelt, und ein Nagel, der sich vom Nagelbett abhebt. Das sind Zeichen für einen Nagelpilz, und der geht ohne Behandlung nicht weg. Er breitet sich über Jahre eher weiter aus.
Das Gefühl lässt nach
Das ist der Punkt, bei dem es sich lohnt, aufmerksam zu sein. Wenn die Empfindung an den Zehen nachlässt, fällt das übliche Warnsystem aus. Eine Druckstelle, die vor zehn Jahren nach zwei Stunden unangenehm gewesen wäre, bleibt dann unbemerkt, bis die Haut offen ist.
Bei Diabetes gilt das besonders, und dort ist die Empfehlung eindeutig: die Füße täglich ansehen, notfalls mit einem Spiegel, und alles Neue zeitnah zeigen.
Eine kurze Routine, die genügt
- Einmal am Tag die Füße ansehen, auch die Sohlen und die Zehenzwischenräume.
- Nach dem Waschen richtig abtrocknen, besonders zwischen den Zehen.
- Abends eine harnstoffhaltige Creme auf Ferse und Sohle.
- Nägel gerade schneiden, nicht rund, und nicht zu kurz.
- Zwei Paar Schuhe im Wechsel tragen, damit jedes durchtrocknen kann.