Die Schuhe, an denen die Hälfte Ihrer Fußprobleme hängt
Kaum jemand kommt mit einer Frage über Schuhe. Die Antwort steckt trotzdem erstaunlich oft darin.
Zwölf Jahre im Schuhhandel haben mir vor allem eines beigebracht: Die meisten Menschen kennen ihre Schuhgröße nicht. Sie kennen die Größe, die sie mit dreißig hatten, und die kaufen sie seitdem weiter.
Füße werden im Lauf des Lebens länger und breiter. Das Fußgewölbe sinkt ein wenig ab, die Bänder geben nach, und der Fuß verteilt sich. Das ist kein Defekt, sondern der Normalfall. Der Fehler entsteht erst, wenn zwanzig Jahre später derselbe Schuh gekauft wird.
Zu kurz ist selten das Problem
Zu schmal ist es fast immer. Ein Schuh, der vorne genug Länge hat, aber im Ballenbereich drückt, schiebt die Zehen zusammen. Daraus entstehen die Klassiker: Druckstellen zwischen den Zehen, eingewachsene Nägel, verhornte Kanten und, über Jahre, eine Schiefstellung der Großzehe.
Ein einfacher Test, der zu Hause funktioniert: Stellen Sie sich mit dem nackten Fuß auf ein Blatt Papier und zeichnen Sie ihn nach. Stellen Sie die Einlegesohle Ihres Schuhs darauf. Wenn der Umriss an irgendeiner Stelle über die Sohle hinausragt, ist der Schuh zu eng. Machen Sie das abends, weil der Fuß im Tagesverlauf zunimmt.
Warum feuchte Schuhe teurer sind als schlechte Schuhe
Der zweite Punkt hat mit der Passform nichts zu tun. Ein Schuh, der jeden Tag getragen wird, trocknet zwischen zwei Tagen nicht vollständig durch. Warm, dunkel und feucht ist genau die Kombination, in der sich Fuß- und Nagelpilz halten, und das ist der Grund, warum jemand eine Behandlung abschließt und die Sache ein paar Monate später wieder da ist.
Zwei Paar im Wechsel zu tragen ist die wirksamste Maßnahme in diesem ganzen Text, und sie kostet nichts außer der Anschaffung eines zweiten Paars. Vierundzwanzig Stunden Pause reichen den meisten Schuhen zum Durchtrocknen. Auf der Heizung trocknen sollte man Lederschuhe nicht, das macht sie hart.
Was tatsächlich zählt
- Breite vor Marke. Viele Hersteller führen Weitenmaße. Danach zu fragen kostet einen Satz.
- Abends anprobieren. Morgens gekaufte Schuhe sind abends zu eng.
- Beide Füße messen. Sie sind fast nie gleich groß. Der größere entscheidet.
- Die Socke mitbringen, die Sie tatsächlich in diesem Schuh tragen werden.
- Nichts einlaufen wollen. Ein Schuh, der im Laden drückt, drückt in vier Wochen immer noch.
Und was weniger zählt, als oft behauptet wird
Dämpfung wird überschätzt. Sie ist angenehm und sie ändert bei den allermeisten Alltagsbeschwerden wenig. Auch teure Einlagen aus dem Regal lösen selten ein Problem, das eigentlich an der Breite hängt. Wenn eine Einlage tatsächlich nötig ist, sollte sie nach einer Untersuchung angepasst werden und nicht nach einem Gefühl im Laden.